Adidas Originals RUN Sneaker Damen SWIFT RUN Originals W B37719 Weiß 26faea

Wenn ein Kind aggressives Verhalten zeigt, zum Beispiel andere Kinder oft schlägt oder im Kindergarten immer wieder in Konflikte mit anderen Kindern oder Erzieherinnen gerät, kommen Eltern sehr schnell an ihre Grenzen.
Wird Aggression unter Jugendlichen künftig zur häufigen Form der Auseinandersetzung? Rebecca Abell | Dreamstime.com
Schau mal hier: aggressives verhalten bei kindern in der schule

Dann wird nach Gründen gesucht, die erklären, warum das Kind so schnell aus der eigenen Haut fährt.
Gerade aggressives Verhalten wird als besonders störend, unangenehm und auffällig empfunden. Außerdem treten gerade in sozialen Kontakten leicht Schwierigkeiten auf. Um zu verstehen, ob das aggressive Verhalten eines Kindes zu größeren Schwierigkeiten oder einer sogenannten Verhaltensauffälligkeit führt, ist es wichtig, einige grundsätzliche Tatsachen über aggressives Verhalten zu beleuchten.

Ursachen

Grundsätzlich gilt, dass hinter „auffälligen“ Verhaltensweisen innere Spannungen oder Konflikte verborgen sind. Hinter die Fassade zu schauen, kann helfen, ein Kind besser zu verstehen und angemessen auf störendes Verhalten reagieren zu können. Wenn Sie bei Ihrem Kind aggressives Verhalten beobachten, ist das nicht gleich ein Grund zur Sorge! Wut und ähnliche aggressive Verhaltensweisen gehören zum menschlichen emotionalen Repertoire genauso dazu wie andere Gefühle. 

Seiner Wut Ausdruck zu verleihen, kann Spannungen abbauen helfen. Kindern fehlt noch die Möglichkeit, sich über ihre Gedanken und Gefühle zu äußern. Sind sie durch bestimmte Situationen überfordert, kann eine Reaktion- aggressives Verhalten sein. Die Geburt eines Geschwisters oder die Trennung der Eltern sind hier manchmal Auslöser. Solche aggressiven Reaktionen können eine vorübergehende Erscheinung sein und sich praktisch wieder „auswachsen“.

Artikelzustand:
Neu mit Karton: Neuer, unbenutzter und nicht getragener Artikel, in der Originalverpackung (wie z. B. ... Mehr zum Thema Zustand
Marke: Adidas Originals
Abteilung: Damen Farbe: Weiß

Anhaltende Aggression

Manchmal stabilisieren sich aber die aggressiven Reaktionen. Es kommt dann immer häufiger vor, dass das Kind in Wut gerät, es schnell zuschlägt oder sich unangemessen verhält. Konsequenzen, Schimpfen und Drohungen scheinen nichts zu nutzen, ja sie scheinen alles noch schlimmer zu machen! Nicht nur zu Hause fängt das Kind an, sich Anweisungen zu widersetzen – auch in der Schule kommt es häufig zu Auseinandersetzungen mit Klassenkameraden und Lehrern.

Lässt sich aggressives Verhalten über mehrere Monate und in unterschiedlichen Situationen beobachten, empfiehlt es sich, eine Beratungsstelle oder andere professionelle Hilfe zu konsultieren. 

Was ist aggressives Verhalten?

Aggressives Verhalten lässt sich in physische Aggression (schlagen, beißen, stoßen), verbale Aggression (schimpfen, Gerüchte verbreiten, lästern) oder in Rückzug (schmollen) unterteilen. Aggressive Handlungen haben meist die Intention, andere zu schädigen oder manipulieren zu wollen. Werden andere aus Versehen geschädigt, da das Kind so unruhig ist und sich selbst schwer kontrollieren kann, geht man eher von einer Hyperaktivität aus. Schon früh kann sich die Disposition zu aggressivem Verhalten zeigen. 

Meist werden aggressive Kinder von ihren Eltern als besonders unruhig und als schwierig eingestuft. Grundsätzlich ist aggressives Verhalten relativ stabil. Je früher versucht wird, zu intervenieren, desto größere Erfolge lassen sich in einer Verhaltensänderung erzielen. 

Merkmale aggressiven Verhaltens

  • Eine niedrige Toleranzschwelle; das heißt, die Kinder werden schnell wütend oder verlieren schnell die Nerven. 
  • Auseinandersetzungen und Streit werden aktiv gesucht. So werden andere provoziert, bis es zum Streit kommt. Die Schuld wird gerne beim Anderen gesucht. 
  • Laut werden, schreien, schimpfen, viele Schimpfwörter verwenden, oft beleidigt sein
  • häufiges Lügen
  • später auch Diebstahl

Autorin: Martina Jeblick, Dipl. Pädagogin

Wichtig ist es, den Kreislauf von eigenem Verhalten und dem Verhalten des Kindes zu durchbrechen. Wenn ich mein Kind ebenfalls anschreie oder ausschimpfe, dann wird sich zwar kurz eine Entlastung einstellen, da das Kind wahrscheinlich mit seinem Verhalten aufhört. Langfristig bauen sich aber dadurch weitere Spannungen auf, die Gegenaggressionen erzeugen.  Der Kreislauf schließt sich.

Versuchen Sie, ungünstige Interaktionsmuster zu durchbrechen. Reagieren Sie anders als bisher auf die Gefühlsausbrüche Ihres Kindes. Vielleicht haben Sie das Verhalten Ihres Kindes sehr stark sanktioniert und somit unerwünschtem Verhalten zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Versuchen Sie, sich in Ihr Kind hineinzufühlen: Gibt es innere Konflikte oder Spannungen, die das Kind belasten könnten? Was für einen Gewinn oder Nutzen könnte mein Kind durch sein Verhalten haben, obwohl es für sein Verhalten immer wieder geschimpft wird? Will es dadurch meine Aufmerksamkeit haben?

Lob

Versuchen Sie, aggressivem Verhalten so wenig Aufmerksamkeit wie nur möglich zu schenken. Psychologen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Verhalten, auf das keine Reaktion erfolgt, für das Kind sinnlos erscheint und weniger häufig vorkommt. Gleichzeitig sollten Sie Verhalten, das Sie für gut halten, loben. 

Das können Sie in Form von Zuspruch, Anerkennung, einem Lächeln oder einer Gute-Nacht-Geschichte tun. Loben Sie Ihr Kind möglichst für alle Dinge, die es tut, aber auch für alle Dinge, die es unterlässt. Zum Beispiel können sie Ihrem Kind sagen, wie gut Sie es fanden, dass es heute nicht gestritten hat.

Angemessene Strafen

Bei Bestrafung sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht das aggressive Verhalten an sich bestrafen. Sonst bekommt das Kind den Eindruck, es wäre böse und fühlt sich ungeliebt. Denken Sie daran: Für das Kind ist sein Verhalten ein Teil von ihm selbst, das eine bestimmte Funktion (z. B. Schutz) hat! Strafen sollten deshalb einen unmittelbaren Zusammenhang zur Tat haben. Hat Ihr Kind eine Tasse kaputt gemacht, können Beträge vom Taschengeld abgezogen werden, um die Tasse zu ersetzen. Hat das Kind länger fern gesehen als abgemacht, bekommt es die überzogene Zeit beim nächsten Mal abgezogen. Sie sollten hier dem Kind vermitteln, dass Sie es grundsätzlich gerne haben, nur dieses Verhalten nicht für gut halten.

Gespräche anbieten

In ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen sind Gespräche. Sprechen Sie Konflikte mit Ihrem Kind durch, sprechen Sie hier möglichst ruhig. Erläutern Sie Ihrem Kind, dass es verschiedene Lösungsmöglichkeiten für Konflikte gibt. Versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, diese zu finden! Das können Sie durch Fragen tun oder Beispiele anführen. Seien Sie konsequent in Ihrem Verhalten und stellen Sie Regeln auf, die möglichst klar und für das Kind durchschaubar sind. Wenn es seine Grenzen möglichst genau kennt, hat das Kind keinen Grund, diese zu überschreiten.

Zuwendung 

Prinzipiell gilt: Schenken Sie Ihrem Kind viel liebevolle Zuwendung!
Wenn Sie Probleme haben, Ihrem Kind gegenüber klar und konsequent zu sein, haben Sie keine Angst, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hier können Sie zusammen mit Erziehungsratgebern einen Plan erstellen, wie Sie in verschiedenen Situationen besser reagieren können und es Ihnen und Ihrem Kind bald wieder besser geht.

Autorin: Martina Jeblick, Dipl. Pädagogin

Viele Wissenschaftler haben untersucht, woher aggressives Verhalten rührt. Heute ist man auf dem allgemein anerkannten Standpunkt, dass sowohl genetische Faktoren als auch nach der Geburt Erworbenes eine Rolle spielen. Im Allgemeinen zeigen Jungen 3 bis 4 Mal häufiger aggressives Verhalten als Mädchen. Bei Mädchen ist aggressives Verhalten jedoch schwieriger zu beobachten, da sich das Verhalten weniger im körperlichen Bereich äußert. 

Anlage

Genetische Einflüsse können bei der Entwicklung aggressiven Verhaltens eine Rolle spielen. So kann sich das Verhaltensmerkmal Aggression durch viele Generationen hindurchziehen. Experten fanden in Studien heraus, dass aggressive Kinder auch häufig aggressive Eltern bzw. Elternteile haben. 

Umwelt

Einen größeren Einfluss zeigt aber die Umwelt. Kinder übernehmen bestimmte Verhaltensmuster von ihren Eltern. Aggressives Verhalten wird durch Lernen erworben und aufrecht erhalten. Das Verhalten stabilisiert sich, wenn sich für das Kind aggressives Verhalten praktisch lohnt:

  • Es erreicht durch aggressive Handlungen ein bestimmtes Ziel. Zum Beispiel droht das Kind der Mutter mit den ersten Anzeichen eines Wutanfalls. Die Mutter lenkt ein und gewährt dem Kind das Gewünschte. Hier hat die Mutter das Kind ungewollt in seinem Verhalten gestärkt. Das Kind wird dieses Verhalten wahrscheinlich beibehalten und eine immer geringe Toleranzschwelle entwickeln.
  •  Es kann durch aggressives Verhalten unangenehmen Situationen entkommen. Durch Weinen oder Toben wird das Kind von Pflichten ausgenommen oder wird nicht zur Rechenschaft für sein Verhalten gezogen.

Durch die Reaktionen seiner Umwelt bemerkt das Kind, das es mit seinem Verhalten sehr viel erreichen kann. Entweder kommt es um unangenehme Situationen herum oder bekommt das Gewünschte. Auch zieht das Kind durch seine Aggressionen viel Aufmerksamkeit auf sich. Natürlich sind das keine Prozesse, die das Kind bewusst durchschaut und steuert. Vielmehr bedarf es oft einem Blick von außen, um solche Muster aufzudecken und zu ändern. Nicht zuletzt leidet das Kind selbst unter seinen Ausbrüchen. 

Wahrnehmung

Hinzu kommt, dass aggressive Kinder Probleme in der Informationsverarbeitung besitzen. Sie interpretieren Situationen falsch, unterstellen anderen Personen schnell eine feindselige Absicht, wodurch die Bereitschaft für aggressives Verhalten erhöht wird. 

Sie haben große Schwierigkeiten, mit mehrdeutigen Situationen umzugehen und erwecken häufig den Eindruck, unsensibel zu sein. Schließlich kommt es zu einem Teufelskreis von Aggression und Ablehnung. Aggressives Verhalten führt dazu, dass sich das betroffene Kind immer mehr isoliert und isoliert fühlt. Es stört und fühlt sich als Störenfried. Der Zuwendung anderer wird es sich ungewiss. Dies führt zu einer Verstärkung des aggressiven Verhaltens. Weitere Probleme, wie Schulschwierigkeiten, können auftreten.

Autorin: Martina Jeblick, Dipl. Pädagogin

Täter, Opfer und das solidarische Umfeld – ein beispielhaftes Szenario aus der Bullying-Forschung.

„Wenn du das nicht machst, bist du nicht mehr meine Freundin – hier dient die soziale Beziehung als Vehikel der Verletzung“ erläutert Mechthild Schäfer, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung in München. Ihre 1995 veröffentlichte Studie „Aggression unter Schülern“ hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Mobben unter Kindern zum öffentlichen Thema wurde. Von 392 befragten Schülern bekannten sich ein Viertel der Jungen dazu, unliebsame Mitschüler zu schikanieren. Bei den Mädchen weniger als 10 %. 

Forschungsergebnisse 

Mädchen sind genauso aggressiv wie Jungs, nur versteckter. Als Täter zeigen Mädchen eindeutig mehr Beziehungsaggressionen. „Wenn du das nicht machst, bist du nicht mehr meine Freundin.“ Bei den Opfern ist das Geschlechtsverhältnis erstmal ausgeglichener. In der Befragung gaben 21 % der Jungen und Mädchen an, versteckt oder offen schikaniert worden zu sein. Die Folgen des Bullying für die Opfer hat die Wissenschaftlerin in einer Studie durch die Befragung von 211 Pädagogikstudenten erfasst. In einem Fragebogen mussten sich die Probanden rückwirkend ihrer Bullying-Erfahrung erinnern und deren Auswirkung auf den „Spaß an der Schule“ einschätzen. 

Die Ergebnisse waren erstaunlich: Frauen, die angaben, als Kind Opfer von Aggression gewesen zu sein, verfügten über ein gleich hohes Selbstbewusstsein wie ihre unbehelligten Geschlechtsgenossinnen. 
Den Männern hatte die kindliche Opferrolle langfristig mehr zugesetzt:

Ihr Selbstwertgefühl lag unter dem der Kontrollgruppe. Warum verkraften Männer Bulligen weniger als Frauen? Mechthild Schäfer erklärt dies mit dem Rangordnungsprinzip der Jungen. „Hier gilt, wer aus der Gruppe draußen ist, bleibt bis auf Weiteres draußen.“ Weil Jungen, die abgelehnt werden, gleich aus der gesamten männlichen Rangordnung fallen, haben sie oft keinerlei Chancen, soziale Kompetenzen zu erwerben – mit weitreichenden Folgen bis ins Erwachsenenleben.

Deshalb sollte die „Schule allen Kindern adäquate Möglichkeiten bieten, diese Kompetenz zu erlangen“, fordert Mechthild Schäfer. Sie schlägt ein „General Agreement“ vor, in dem alle Schüler einer Schule darüber befinden, was als zwischenmenschliches Fehlverhalten auf den Index kommt. In England hat man mit dieser Art des „gegenseitigen Einvernehmens“ bereits gute Erfolge erzielt.

Quelle: Psychologie heute (Januar 98)